WM
Bielsas explosive Reaktion auf Uruguays WM-Auftaktniederlage
Uruguay-Trainer Marcelo Bielsa explodierte vor Wut, nachdem seine Mannschaft die 0:1-Niederlage gegen Spanien in der ersten Runde der Weltmeisterschaft mit einer schweigenden Pressekonferenz quittierte, nachdem er zuvor einen Fernsehtechniker angeschrien und einen finsteren Blick in die Kamera geworfen hatte. Der Argentinier, auch „El Loco“ genannt, machte für die Niederlage das Fehlen einer offensiven Präsenz verantwortlich.
Bielsas Ausraster begann, als ein TV-Techniker seinem schnellen Redefluss nicht folgen konnte, woraufhin der Trainer eine wütende Tirade losließ und kalt in die Kamera starrte. Anschließend blieb er bei der Pressekonferenz stumm und verweigerte jede Antwort.
„Je n'ai pas réussi à tirer parti du potentiel de l'Uruguay et de ses joueurs“, sagte Bielsa und fügte hinzu, dass der Mannschaft „mehr Präsenz im Angriff“ gefehlt habe. Er betonte, dass die Mannschaft zwar über starke Spieler verfüge, es aber nicht schaffte, diese in Ergebnisse umzumünzen.
Auf die Frage, was er dem Torhüter Fernando Muslera in der Halbzeitpause gesagt habe, antwortete Bielsa schlicht: „Rien.“ Er präzisierte, dass Muslera selbst um seine Auswechslung gebeten habe.
„Je ne laisserai rien au football uruguayen. Tout apport d'un sélectionneur qui travaille depuis trois ans ne compte pas s'il n'obtient pas de résultats : la quatrième place lors des qualifications n'a eu aucune valeur, la troisième place à la Copa América n'a eu aucune valeur“, erklärte er und spielte damit die Bedeutung des vierten Platzes in der Qualifikation sowie des dritten Platzes bei der Copa América herunter.
„Nous avons joué pour obtenir 7 points et nous en avons obtenu deux“, gab Bielsa zu und verwies darauf, dass Uruguay aus sieben möglichen Punkten nur zwei mitnahm. Trotz des enttäuschenden Ergebnisses beschrieb er die Mannschaft als qualitativ stark, mit viel Einsatz und Hingabe.
„C'était une décision très réfléchie. C'est un gardien qui sortait d'une année magnifique à l'Estudiantes La Plata, en Argentine, et qui est un joueur doté d'une très forte personnalité et de beaucoup de caractère. J'ai pris la décision de le maintenir et de ne pas lui retirer ma confiance. Ce n'est pas moi qui ai pris la décision de le sortir à la mi-temps, il l'a prise lui‑même“, erklärte Bielsa.
Bielsa wies darauf hin, dass dies seine dritte WM-Kampagne als Nationaltrainer ist – nach dem frühen Aus mit Argentinien 2002 in der Vorrunde und dem Scheitern Chiles 2010 im Achtelfinale. Er zog Parallelen zwischen dem frühen Ausscheiden mit Argentinien und der aktuellen Enttäuschung mit Uruguay.