WM
Demblés Hattrick in 32 Minuten lässt Norwegens B-Elf fassungslos zurück
Frankreich ging mit einer beherrschenden 3:1-Führung in die 32. Minute ihres WM-Gruppen-Spiels gegen Norwegen in Boston, wobei Ousmane Dembélé in der ersten Halbzeit einen Hattrick erzielte. Der Auftakt fiel bereits nach sieben Minuten, als Mbappé Dembélé am rechten Flügel bediente; der Flügelspieler von Barcelona umspielte Selvik und vollendete mit einem ersten Schuss in die entfernte Ecke. Norwegens B-Mannschaft, die bereits für die K.-o.-Phase qualifiziert war, hatte zehn Veränderungen im Vergleich zur Stammelf vorgenommen und zeigte wenig Widerstand gegen den unerbittlichen Druck der Franzosen.
Dembélé erhöhte nach 20 Minuten auf 2:0. Tchouaméni eroberte den Ball im Mittelfeld, spielte ein schnelles Kombinationsspiel mit Olisé, und Dembélé vollendete eiskalt nach Mbappés Hereingabe. Norwegens Antwort kam innerhalb einer Minute: Aasgaard dribbelte sich geschickt durch und verkürzte mit einem platzierten Schuss, doch Dembélé stellte den Zwei-Tore-Vorsprung bereits in der 30. Minute wieder her, indem er sich innen an Ostigard vorbeidribbelte und Selvik mit einem flachen Schuss bezwang.
Norwegen zeigte von Anfang an wenig Dringlichkeit. Haaland saß auf der Bank, und Solbakkens Team setzte auf Rotation statt auf das Ergebnis. „Wir müssen mental und physisch frisch für die K.-o.-Phase sein“, erklärte der norwegische Trainer. „Dieses Turnier ist ein Druckkochtopf.“ Die taktische Naivität der Gastgeber wurde immer wieder bloßgestellt, wobei Upamecano und Koné die hohe Abwehrlinie Norwegens wiederholt überspielten.
Frankreichs Intensität erreichte früh ihren Höhepunkt. Mbappé erzwang bereits nach drei Minuten die erste Parade Selviks, und Dembélés zweites Tor fiel nach einem schnellen Gegenstoß mit Doué und Olisé. Norwegens einzige hellere Phase kam nach der Trinkpause, als Aasgaard und Schjelderup kombinierten, bevor Strand Larsens Flanke von Upamecano geklärt wurde. Doch jeder französische Angriff barg echte Gefahr, und Hernández’ Fernschuss in der 23. Minute unterstrich ihre Dominanz.
Selvik, Norwegens Torhüter, parierte allein in den ersten 18 Minuten fünfmal. Mbappés frühes Tor traf zudem den Pfosten, und Dembélés drittes Tor fiel nach einer längeren Ballbesitzphase der Franzosen, die mit einem hereingekreuzten Ball zum zweiten Pfosten endete. Zur Trinkpause in der 25. Minute war das Spiel als ernsthafter Wettbewerb praktisch vorbei.
Guy Stéphan, der für den abwesenden Deschamps die Seiten leitete, betonte die Fokussierung auf den Gruppensieg. „Didier und die gesamte Mannschaft wollen unbedingt den ersten Platz erreichen“, sagte er. Frankreich hat nun eine leichtere logistische Last, da Dallas oder Miami nicht mehr auf dem Reiseplan stehen, falls sie die Gruppe gewinnen. Norwegen hingegen wird sich in North Carolina auf das Achtelfinale vorbereiten.
Das Spiel hatte auch eine Bedeutung abseits des Platzes. Deschamps fehlte wegen des Begräbnisses seiner Mutter, während Ostigard noch Stunden vor Anpfiff die Geburt seines Kindes per Videocall gefeiert hatte. „Völlig erschöpft“, sagte er nach dem Spiel, doch noch scharf genug, um in der Startelf zu stehen.