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Europa League

Für die Oranje beginnt gegen Marokko die Abwehrprobe

🇳🇱 vor 1 Stunde
Die Niederlande haben ihre Gruppe gewonnen und treffen im Achtelfinale auf Marokko – ein Spiel, in dem die defensive Bilanz von die Oranje genau unter die Lupe genommen wird. Ronald Koemans Mannschaft kassierte in der Gruppenphase vier Tore, zwei davon aus Standardsituationen, und zeigte damit Schwächen, die Gegner gezielt ausnutzen konnten. Crysencio Summerville und Brian Brobbey haben sich als wichtige Offensivkräfte etabliert. Brobbey ersetzte Donyell Malen im Spiel gegen Schweden und erzielte drei Tore – alle per Flanke. Das ist eine deutliche Steigerung zu seiner bisherigen Quote in diesem Bereich. Seine tiefere Positionierung und seine Bereitschaft, sich hinter die letzte Abwehrreihe zu schieben, haben Oranjes Angriff eine neue Dimension verliehen. Daten zufolge macht er durchschnittlich 20 tiefe Läufe pro Spiel, während Malen gegen Japan nur sieben absolvierte. Summerville, auf der rechten Flügelposition eingesetzt, überzeugte ebenfalls seit seinem Einwechselspiel gegen Tunesien. Seine Schnelligkeit, sein Dribbling und seine Fähigkeit, tiefe Läufe zu machen, machen ihn zu einer ständigen Gefahr. In nur 133 Minuten steuerte er zwei Tore und eine Vorlage bei. Die rechte Außenverteidiger-Doppelpackung mit Denzel Dumfries sorgte für entscheidende Breite, wobei Dumfries seine Überlappungen oft verzögerte, um Brobbey unbesetzte Räume hinter der Abwehr nutzen zu lassen. Ronald Koemans taktische Flexibilität wurde viel diskutiert, da die Oranje ihre Systeme während des Spiels anpasste, um auf Gegner zu reagieren. Gegen Japan wechselte Koeman zu einer Dreierkette mit Dumfries als tiefer stehender Außenverteidiger, was den japanischen Pressingversuchen entgegenwirkte, aber die offensive Gefahr verringerte. Gegen Schweden führte der Wechsel Malens ins Mittelfeld zu einer Überzahl, die direkt zu einem Tor nach Brobbeys Einwechslung führte. Doch nicht alle Anpassungen waren erfolgreich. Gegen Japan wurde Nathan Aké in der letzten Linie postiert, um zwei Stürmer zu decken, doch die Oranje hatte Probleme, als Japans Tempo neutralisiert wurde. Gegen Schweden hinterließ Graham Potters taktische Änderung während der Trinkpause eine unorganisierte Mannschaft, bis Koeman zur Halbzeit wieder Ordnung herstellte. Besonders problematisch war Oranjes Standardsituationen-Verteidigung, die bereits zweimal in der Gruppenphase zu Gegentoren führte. Japan und Tunesien nutzten Schwächen im zonalen Marking-System aus und lockten Virgil van Dijk aus der Position, um Torgelegenheiten zu schaffen. Gegen Japan zielten Japans Läufer auf Van Dijks Zone, zwangen ihn zur Bewegung und hinterließen so eine Lücke für einen Kopfball. Gegen Tunesien zog eine ähnliche Taktik Eric van Hecke aus der Position, was Hazem Mastouri den Ausgleich ermöglichte. Die defensive Organisation wirkte oft eintönig, da Gegner sich effektiv auf ein einziges System vorbereiten konnten. Koeman räumte ein, dass mehrere defensive Aufstellungen nötig seien, um vorhersehbare Muster zu vermeiden. Das Risiko, aus Standards zu kassieren, ist im K.-o.-Fußball besonders hoch, wo ein einziges Tor über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Defensive Fehler beschränkten sich nicht nur auf Standards. die Oranje ließ im Schnitt 2,4 erwartete Tore pro Spiel zu, wobei mehrere Fehlentscheidungen zu gefährlichen Chancen führten. Gegen Japan setzten Virgil van Dijk und Eric van Hecke auf Manndeckung, während Nathan de Jong eher zonale Absicherung spielte – mit Lücken zwischen den Linien. Gegen Schweden war es umgekehrt: Van Hecke und Van Dijk zogen sich zurück, was Alexander Isak ermöglichte, sich in die Räume zwischen den Linien zu fallen. Diese defensiven Probleme werden umso dringlicher, je näher das Spiel gegen Marokko rückt. Ein einziges Gegentor im Achtelfinale könnte die Oranje in die Defensive drängen und ihre Offensivtransitionen noch erschweren. Koemans Fähigkeit, diese Schwächen zu beheben, wird in den kommenden Tagen entscheidend sein.

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