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Nick Levett und die Kraft von kleinseitigen Spielformen (5v5/9v9) in der Jugendausbildung

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Nick Levett und die Kraft von kleinseitigen Spielformen (5v5/9v9) in der Jugendausbildung

Ein innovativer Ansatz im Jugendfußball

Nick Levett, ein respektierter Denker und Ausbilder innerhalb der nationalen Fußballorganisation Englands, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten der Entwicklung von Jugend‑ und Mini‑Fußball gewidmet. In seiner Funktion als National Development Manager Youth & Mini‑Soccer hat er eine klare Mission: junge Spieler in einer Umgebung wachsen zu lassen, in der sie viel Ballkontakt erhalten, ihre technischen Fähigkeiten entwickeln und vor allem Freude am Spiel haben. Sein Ansatz ist nicht einfach ein Trend, sondern eine durchdachte Reaktion auf die traditionellen, oft zu physischen Trainingsmethoden, die jungen Kindern wenig Raum lassen, ihr Talent zu zeigen.

Der Kern von Levett’s Philosophie ist einfach, aber kraftvoll: die Spielform muss zum Alter und zur physischen Entwicklung der Kinder passen. Durch die Anpassung der Spielfeldgröße, der Spielerzahl und der Spielregeln an das Alter entsteht eine Umgebung, in der jeder Spieler den Ball häufiger berührt, schneller Entscheidungen treffen muss und stärker am Spielverlauf beteiligt bleibt. Dieser Ansatz trägt zu einer positiven Lernerfahrung bei und legt eine solide Basis für den späteren Übergang zu größeren Formaten.

Kleinseitige Spielformate: 5v5 und 9v9 erklärt

Die beiden wichtigsten Formate, die Levett gefördert hat, sind 5‑gegen‑5 und 9‑gegen‑9. In einem 5v5‑Spiel spielt jedes Team mit vier Feldspielern plus einem Torwart auf einem verkleinerten Feld. Diese Aufstellung wird meist bei den jüngsten Altersklassen angewendet, wo der Fokus auf individueller Ballbehandlung und schnellen, kurzen Pässen liegt. Da weniger Spieler auf dem Feld stehen, erhält jedes Kind mehr Gelegenheiten, den Ball zu empfangen, zu dribbeln und zu schießen. Das erhöht nicht nur die Anzahl technischer Aktionen pro Training, sondern stärkt auch das Selbstvertrauen der Spieler.

Das 9v9‑Format bildet die Brücke zwischen der ultra‑kleinseitigen Version und dem vollständigen 11‑gegen‑11‑Spiel. Mit acht Feldspielern pro Team entsteht ein etwas größeres Spielfeld, wodurch die Spieler lernen, mehr Raum zu suchen, ihre Position zu antizipieren und die Zusammenarbeit mit mehr Teamkollegen zu üben. Die höhere Spielerzahl bietet zudem eine frühe Einführung in die taktischen Prinzipien einer vollständigen Mannschaft, ohne die Komplexität, die ein volles Feld mit 22 Spielern mit sich bringt.

Beide Formate haben ein gemeinsames Ziel: mehr Ballkontakte pro Spieler pro Minute. In einem traditionellen 11v11‑Training kann ein Kind manchmal stundenlang warten, bis es die Möglichkeit bekommt, den Ball zu spielen. In einer 5v5‑Situation ist diese Wartezeit fast nihil, wodurch die technische Entwicklung beschleunigt wird. Außerdem trägt das verkleinerte Spielfeld zu einem intensiveren Spiel bei, was die körperliche Belastung im Einklang mit dem Alter und der Wachstumsphase der Kinder hält.

Der Platz kleinseitiger Formate innerhalb der englischen Entwicklungsstruktur

England hat eine gestufte Entwicklungsphilosophie, die als „England DNA“ bekannt ist. Dieser Ansatz legt den Schwerpunkt auf Ballbesitz, spielbasierte Ausbildung und einen klaren Fortschritt durch verschiedene Ausbildungsphasen, einschließlich des Elite Player Performance Programme (EPPP). Das EPPP teilt Vereine in Kategorien ein und regelt einen Auditprozess, der die Qualität der Jugendausbildung sicherstellt. Innerhalb dieses Rahmens sind kleinseitige Formate ein integraler Bestandteil der Ausbildungspipeline.

In den ersten Phasen, in denen Kinder meist zwischen 6 und 10 Jahren alt sind, liegt der Schwerpunkt auf Spaß, Grundfertigkeiten und dem Aufbau einer positiven Beziehung zum Ball. Hier passen 5v5‑Spiele perfekt, weil sie den Fokus auf individuelle Ballkontakte und schnelle Entscheidungsfindung legen. Sobald Spieler das Alter von etwa 11 Jahren erreichen, wird häufig die Abseitsregel eingeführt. Dieser Moment markiert einen wichtigen Übergang: Die Spieler beginnen mehr über Positionierung, Timing und die Nutzung von Raum zu lernen.

Rund um das Alter von 13 Jahren machen die meisten Spieler den Sprung zum vollständigen 11‑gegen‑11‑Spiel. Die 9v9‑Formate dienen in dieser Phase als Brücke, weil sie die Spieler bereits an das Konzept des Abseits, breitere Feldaufteilungen und komplexere taktische Aufgaben gewöhnen, ohne den vollen Druck eines 22‑Spieler‑Spiels. Dadurch entsteht ein gradueller, altersgerechter Übergang, der das Risiko von Überforderung und Frustration minimiert.

Die Schlüsselbegriffe, die in diesem System wiederkehren – „england_dna“, „eppp“ und „small_sided“ – unterstreichen die gegenseitige Verknüpfung eines ballbesitzorientierten Spielstils, eines strukturierten Entwicklungsrahmens und der Nutzung kleinseitiger Spielformen als Katalysator für technisches Wachstum. Durch die Kombination dieser Elemente entsteht ein ganzheitliches Modell, in dem jede Phase logisch auf der vorherigen aufbaut.

Ein konkretes Beispiel: Ein Verein, der nach diesem Modell arbeitet, beginnt mit 5v5‑Trainings für die U7‑ und U8‑Mannschaften, führt das Abseits in der U11‑Gruppe ein und wechselt dann ab U12 zu 9v9‑Spielen. Bis U13 sind die Spieler vollständig mit den Regeln und Taktiken des 11‑gegen‑11‑Spiels vertraut, sodass der Übergang reibungslos verläuft.

Praktische Tipps für Trainer und Eltern

1. Wähle das richtige Format basierend auf Alter und physischer Entwicklung. Für Kinder unter 10 Jahren ist 5v5 ideal; ab 11 Jahren kann 9v9 ein guter Schritt sein. Berücksichtige die Länge des Spielfelds und die Größe der Tore – beides muss an die Altersgruppe angepasst werden.

2. Fokus auf Ballkontakte. Gestalte Übungen, bei denen jeder Spieler den Ball mindestens dreimal berühren muss, bevor die Übung endet. Zum Beispiel ein Rundenspiel, bei dem Spieler in einem kleinen Kreis passen und den Ball sofort zurückerhalten, oder ein „Keep‑away“ mit einer begrenzten Spielerzahl pro Team.

3. Führe das Abseits schrittweise ein. Beginne mit einer einfachen Erklärung rund um U11 und nutze Spiele, bei denen das Abseits nur in einem kleinen Feldbereich bestraft wird. Das macht das Konzept greifbar, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.

4. Verwende spielbasierte Übungen. Lass die Kinder in einer realistischen Spielsituation Entscheidungen treffen, anstatt isolierte Dribbel‑ oder Passübungen zu machen. Ein 5v5‑Mini‑Match mit einer begrenzten Anzahl von Ballberührungen pro Spieler zwingt sie zum kreativen Denken.

5. Binde Eltern in den Spaßaspekt ein. Kommuniziere klar, dass das Ziel nicht nur Ergebnisse, sondern vor allem Entwicklung und Freude ist. Lade Eltern ein, das Training zu besuchen, und erkläre, wie das gewählte Format zu mehr Ballkontakten und technischem Wachstum beiträgt.

6. Überwache den Fortschritt. Führe eine einfache Statistik – zum Beispiel die durchschnittliche Anzahl von Ballkontakten pro Spieler pro Training – und bespreche diese Zahlen regelmäßig mit den Spielern und ihren Eltern. So siehst du konkrete Verbesserungen und kannst rechtzeitig nachsteuern.

7. Plane einen schrittweisen Übergang zu 11v11. Sobald die Spieler U13 erreichen, organisiere ein paar Trainingsspiele mit vollen Teams, behalte jedoch einen Teil des Trainings in einem kleinseitigen Format bei, um die Ballkontakte hoch zu halten.

Fazit

Nick Levett’s Ansatz im Jugendfußball dreht sich um ein Kernprinzip: Die Spielumgebung muss zum Alter und Entwicklungsstadium der Kinder passen. Durch den Einsatz von 5v5‑ und 9v9‑Formaten wird der Fokus auf mehr Ballkontakte, technische Verbesserung und Freude gelegt – Elemente, die für eine nachhaltige Talententwicklung essenziell sind. Diese kleinseitigen Formate bilden eine Brücke zwischen der frühen Spielphase und dem vollständigen 11‑gegen‑11‑Match und fügen sich nahtlos in die breitere englische Entwicklungsphilosophie ein, die als England DNA bekannt ist und vom EPPP‑System unterstützt wird.

Für Trainer und Eltern bedeutet das, dass sie einen klaren, Schritt‑für‑Schritt‑Plan haben, um junge Spieler zu begleiten, vom ersten Ballkontakt bis zum vollständigen Spiel. Durch die Wahl des richtigen Formats, das Beibehalten des Fokus auf Ballkontakte, das schrittweise Einführen des Abseits und das Überwachen des Fortschritts können sie ein Umfeld schaffen, in dem jedes Kind die Chance bekommt, zu wachsen, zu lernen und vor allem das Spiel zu genießen.

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