WM
Kanada sucht nach Koné-Ersatz nach WM-Verletzungspech
Canadas historischer 6:0‑Sieg gegen Katar bei der FIFA‑Weltmeisterschaft war sein erster Turniersieg überhaupt, doch die Feierlichkeiten wurden von dem Verlust des Mittelfeldspielers Ismaël Koné überschattet, der nach einem rücksichtslosen Tackling von Katars Assim Madibo in der zweiten Halbzeit ein gebrochenes Bein erlitt.
Koné wurde im Vancouver General Hospital operiert, was ihn für den Rest der WM und darüber hinaus ausfallen lässt. Die Verletzung lässt Kanada nur wenige Tage vor dem Siegesmuss im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz am 25. Juni einen seiner einflussreichsten Spieler verlieren.
Kanada braucht nur ein Unentschieden, um den ersten Platz in der Gruppe zu sichern und ins Achtelfinale vorzustoßen, mit einem möglichen Viertelfinalspiel in Vancouver. Trainer Jesse Marsch bestätigte, dass Konés Fehlen das Team taktisch und physisch schwächt.
„Aus talent‑ und taktischer Sicht schwächt uns das im Turnier“, sagte Marsch vor dem Training am Freitag.
Koné, ein körperlich robuster Box‑to‑Box‑Mittelfeldspieler, hatte seit 2024 unter Marsch eine Schlüsselpartnerschaft mit Co‑Kapitän Stephen Eustáquio aufgebaut. Seine Fähigkeit, mit dem Ball nach vorne zu treiben und das Spiel zu verteilen, machte ihn im zentralen Mittelfeld unersetzlich.
Keeper Musleras Patzer bringt Gruppe H durcheinander – Kap Verde steht im Achtelfinale
Nathan Saliba, ein 22‑jähriger gebürtiger Quebecer, trat nach Konés Verletzung ein und erzielte in seinen ersten Minuten auf dem Platz einen 20‑Meter‑Freistoß, der das 4:0 zur Führung brachte. Saliba, der für RSC Anderlecht in Belgien spielt, feierte, indem er Konés Trikot hochhielt. Saliba beschrieb die emotionale Herausforderung, seinen Freund zu ersetzen: „Es war sehr herausfordernd. Es ist nicht leicht, wenn dein Freund so rausfliegt, und dann in einem Moment, in dem alle traurig sind, musst du kommen und für dein Team bereit sein.“ Saliba hat unter Marsch drei Tore in 16 Einsätzen für Kanada erzielt. Marsch hob Salibas körperliche Präsenz, Passspiel und Mobilität als Schlüsselattribute hervor, räumte jedoch ein, dass das Team ohne Konés Ballgewinn‑Fähigkeit umdenken muss. Marsch hat zudem weitere Optionen: Niko Sigur, ein vielseitiger Nachwuchsspieler, der sowohl als Außenverteidiger als auch im Mittelfeld eingesetzt werden kann; Mathieu Choinière, ein Mittelfeldspieler, der für seine Durchschläge bekannt ist; und Jonathan Osorio, ein 91‑Länderspieler und erfahrener Arbeitstier. „Choinière bringt Arbeitsethik und Intelligenz, Osorio bringt Erfahrung, und Niko bringt ein bisschen von allem“, sagte Marsch und skizzierte die taktische Flexibilität, die ihm zur Verfügung steht.